Dienstag, 08 September 2020 14:07

Frische Luft für‘s Stadttheater

Wenn „Anatevka“ im Oktober im Badener Stadttheater Premiere feiert, wird das zugleich die Nagelprobe für die Belüftungsanlage sein, die dann erstmals in Betrieb gehen soll. Vorgesehen war sie schon lange, alleine die Mittel in der Höhe von rund 800.000 Euro waren nicht so einfach aufzutreiben. 

Zumindest für das Badener Stadttheater hat Corona auch seine positiven Seiten: Das Projekt „Belüftung“ wurde dadurch um einiges schneller umgesetzt, gilt es doch nicht nur kühle, sondern vor allem auch gesäuberte Luft zuzuführen. Dank der coronabedingt spielfreien Zeit im Sommer konnte das aufwendige Projekt jetzt auch in einem Zug umgesetzt werden.
„Nach dem ersten Schock über die landesweite Theatersperre haben wir die unfreiwillige Pause gut genutzt“, sagt die kaufmännische Leiterin Martina Malzer, die sich gar nicht mehr erinnern kann, wie lange der Wunsch nach einer Belüftungsanlage schon gehegt wurde.
„Als vor vier Jahren die Bestuhlung erneuert wurde, hat sich herausgestellt, dass das Theater mit einem Druckboden ausgestattet ist. Das bedeutet, dass es unter dem Parkettboden einen Hohlraum gibt. Wie sich gezeigt hat, war dieser Hohlraum mit Klappen ausgestattet. Mittels Wasserdampf, der aus einem unterirdischen Reservoir aufstieg wurde das Theater ab 1909 gekühlt“, schildert Malzer.
Im Laufe der Jahrzehnte ist diese Kühlung aber „verloren“ gegangen. Was blieb ist der Hohlraum, der nun genutzt wird, um gekühlte Luft einzuleiten. Im oberen Bereich des Zuschauerraums wird hingegen warme Luft abgesaugt.
„Es ist vorgesehen, das Theater vor den Vorstellungen und in den Pausen zu kühlen. Die Praxis wird zeigen, ob sich das bewährt“, so die kaufmännische Leiterin, die betont, dass es nicht ganz einfach war, die rund 800.000 Euro aufzubringen.
150.000 Euro wurden in den letzten Jahren mittels origineller Fundraising-Aktionen eingespielt. So konnte man etwa historische Sessel oder Requisiten erwerben. Über 22.000 Euro wurden alleine mit einem Dinner im Theater eingenommen.
„Auch die Aktion, einen Euro freiwillig mehr für Theaterkarten zu bezahlen, ist sehr gut angekommen. Viele, die bereits Karten gekauft hatten, verzichteten auch auf die Rückerstattung, die durch die Schließung notwendig wurde“, freut sich auch Theaterdirektor Michael Lakner.
Konkret sind an der Umsetzung, die auf Hochtouren läuft, nicht weniger als 10 Unternehmen beteiligt. Wenn die Anlage ab Mitte Oktober in Betrieb ist, werden rund 20.000 Kubikmeter Luft pro Stunde bewegt und gekühlt. Durch sanftes Einbringen über den Boden sollen sowohl Zugerscheinungen als auch Lärm vermieden werden. Man darf sich also auf die Anatevka-Premiere gleich in doppelter Hinsicht freuen.

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